Wertschätzung der eigenen Leistung
Oft scheitern wir an der Wertschätzung unserer eigenen Leistung, weil wir unseren Maßstab für uns selbst leider ständig verschieben. Das Erreichte wird für uns schnell zum Normalen. Was gestern noch eine Herausforderung für uns war, fühlt sich heute selbstverständlich an. Unser Erfolg verliert dadurch emotional an Gewicht. Oft vergleichen wir unser Innenleben mit dem Außen anderer. Wir sehen bei anderen das Ergebnis, bei uns selbst aber jeden Zweifel, jeden Umweg und unsere Fehler. Dadurch wirkt die eigene Leistung oft kleiner. Wir legen unseren Fokus meistens darauf, was noch fehlt. Unser Gehirn sucht immer sehr zuverlässig nach Problemen und Verbesserungspotenzial. „Was könnte ich besser machen?“ übertönt daher leicht „Was habe ich eigentlich schon geschafft?“ Derjenige unter uns, der innerlich glaubt, erst durch Leistung „genug“ zu sein, kann selbst große Erfolge kaum genießen, denn der nächste Beweis muss natürlich sofort folgen. Wir unterschätzen auch oft unsere unsichtbare Leistung. Durchhalten, Verantwortung übernehmen, schwierige Gespräche führen, Grenzen setzen, etwas lernen oder trotz Unsicherheit weitermachen sieht in unserem Lebenslauf nicht spektakulär aus. Es kann uns trotzdem enorm viel Kraft kosten und gehört natürlich dazu. Oft fehlt uns auch unsere eigene Entwicklungsperspektive. Wir erleben jeden Tag unserer Entwicklung. Deshalb nehmen wir Veränderungen oft weniger wahr als jemand, der uns vielleicht nach einem Jahr wiedersieht. Vielleicht sollten wir uns öfter mal frage: „Was würde ich bei einem anderen Menschen als bemerkenswert anerkennen, bei mir aber als selbstverständlich abtun? Mit dieser Frage können wir einiges in einem anderen Licht sehen.