Gassigehen – eine Herausforderung
Was passiert, wenn wir uns nicht einig sind? Wenn Herrchen nach links möchte und unser Hund nach rechts? Wenn wir ein Ziel haben, unser Hund aber ganz andere Pläne verfolgt? Ist das dann ein Machtkampf? Ein Kommunikationsproblem? Oder einfach eine Begegnung zweier Lebewesen, die die Welt unterschiedlich wahrnehmen?
Wir möchte vielleicht zügig vorankommen. Unser Hund möchte schnüffeln, Spuren verfolgen, stehen bleiben oder einen anderen Weg einschlagen. Für unseren Hund ist der Spaziergang nicht bloß Bewegung, sondern eine kleine Reise voller Gerüche, Eindrücke und Entdeckungen. Vielleicht beginnt ein harmonischer Spaziergang genau dort, wo wir beide lernen, aufeinander zu achten.
Unser Hund darf natürlich eigene Bedürfnisse haben. Doch wir dürfen Grenzen setzen. Es geht natürlich nicht darum, dass immer einer gewinnt, sondern darum, einen gemeinsamen Weg zu finden. Wir sollten uns vielleicht manchmal fragen. Was möchte unser Hund gerade? Ist er gerade neugierig, unsicher oder hat er ein bestimmtes Bedürfnis? Vertrauen ist wichtig, unser Hund muss nicht jeden Weg bestimmen, aber er sollte gelernt haben, dass wir seine Signale wahrnehmen.
An jeder Leine gehen zwei Wesen, die nicht dieselbe Sprache sprechen und die Welt nicht auf dieselbe Weise erleben. Daher ist die eigentliche Herausforderung beim Gassigehen vielleicht nicht, unseren Hund dazu zu bringen, uns zu folgen. Sondern herauszufinden, wie aus unseren zwei unterschiedlichen Vorstellungen ein gemeinsamer Weg wird.