„Was will ich?“ fragen wir uns meist leise. Nicht unbedingt flüsternd, aber nach innen gerichtet. Weil die ehrliche Antwort oft verletzlich ist. Sie passt nicht immer zu dem Bild, das wir nach außen zeigen, oder zu dem, was wir tun sollten. Leise heißt hier eher tastend, unsicher, manchmal auch widersprüchlich. Warum fragen wir uns das eigentlich. Oft ganz unbewusst, oft nicht aus Neugier, sondern aus Reibung, wenn uns etwas nicht mehr passt, wenn wir Unruhe spüren oder wenn wir merken: Ich funktioniere, aber ich lebe gerade nicht richtig. Dann meldet sich die Frage einfach wie ein inneres Klopfen. Laut wird unsere Frage meistens erst später. Wenn der innere Druck steigt. Wenn wir sie jemandem stellen, um sie selbst hören zu können. Oder wenn wir hoffen, dass jemand anders uns die Antwort gibt. Laut ist oft schon ein Schritt in Richtung Veränderung, oder es ist dann ein echter Hilferuf von uns. Manchmal fragen wir leise, um ehrlich zu sein. Und laut, um den Mut zu finden, unserer Ehrlichkeit zu folgen.
12. Januar 2026 - 34 mal gesehen