Doch unsere Resignation ist oft nur ein Signal, dass etwas nicht mehr passt. Wir können uns neu ausrichten statt aufzugeben. Denn manchmal ist nicht alles kaputt, sondern nur der Rahmen falsch. Dann können wir Aufgaben anpassen, Erwartungen klären oder Tempo rausnehmen und auch vielleicht unsere Verantwortung mit jemandem teilen. Denn Resignation tritt oft auf, wenn wir zu lange gegen etwas ankämpfen, das sich eigentlich verändern lässt. Wir können mit Ehrlichkeit nach innen und nach außen prüfen und uns fragen: Was genau macht uns müde? Wir antworten dann natürlich nicht mit „alles“, sondern ganz konkret. Eventuell durch Überforderung, durch Sinnverlust, oder durch fehlende Anerkennung, vielleicht durch momentane Konflikte, oder auch durch Angst. Und wenn möglich sprechen wir es offen an und sagen wie es sich anfühlt, was los ist. Das fühlt sich dann wahrscheinlich zuerst riskant an, ist dann aber oft richtig entlastend. Unsere Resignation sieht manchmal so aus wie „Wir haben keinen Bock mehr“, doch es ist eigentlich unsere Erschöpfung. Eine echte Pause, ob mental oder praktisch, kann unseren Blick komplett verändern. Es gibt Dinge, die wir nicht ändern können. Akzeptanz heißt dann nicht „egal“, sondern: wir hören auf, unsere Energie in einen falschen Kampf zu stecken und nutze sie woanders. Auch Hilfe holen ist sehr gut. Ob wir uns einen Gesprächspartner suchen, ein Coaching oder eine Therapie in Betracht ziehen oder vertraute Menschen suchen, dies tun wir nicht, weil wir „scheitert“, sondern weil wir nicht alles allein tragen müssen. Was wir uns immer fragen können: Resignieren wir, weil wir nichts mehr wollen, oder weil wir schon zu lange zu viel wollten?
Resignation muss nicht sein
27. Januar 2026
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