Unsere Angst ist unangenehm, aber sie ist erst mal normal, nur ein Schutzmechanismus. Problematisch wird sie, wenn sie zu stark, zu häufig oder zu einschränkend wird. Unsere Angst besteht aus drei Ebenen, aus unseren Gedanken – was, wenn … ? Und unserem Körper mit Herzrasen, Enge und Zittern und unserem Verhalten durch Vermeiden und Rückzug. Doch je mehr wir vermeiden, desto stärker bleibt unsere Angst meistens bestehen. Bewältigung heißt daher nicht unsere „Angst wegdrücken“, sondern anders mit ihr umzugehen. Wenn Angst aufkommt, können wir als Soforthilfe versuchen unsere Atmung zu regulieren, das ist sehr wirksam. Denn unsere Angst beschleunigt den Atem und langsames Ausatmen beruhigt dann unser Nervensystem. Eine einfache Übung: 4 Sekunden einatmen dann 6–8 Sekunden ausatmen und das dann möglichst 2–3 Minuten praktizieren. Das ist dann das Signal an unseren Körper: die Gefahr ist vorbei. Wenn wir bewusst den Boden spüren, hilft es besonders bei starker innerer Unruhe. Und die 5-4-3-2-1-Übung ist so einfach wie effektiv: 5 Dinge sehen, 4 Dinge fühlen, 3 Dinge hören, 2 Dinge riechen, 1 Ding schmecken. Dies holt uns aus unseren Gedanken zurück ins Hier & Jetzt. Unsere Angst darf sein, sie geht vorüber. Und Angst bedeutet nicht, dass wir schwach sind. Sie bedeutet nur, dass wir uns zu lange zu viel zugemutet haben.
Angst bewältigen und reduzieren
28. Januar 2026
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