Eine andere Meinung zu haben ist völlig ok, es ist zwar nicht immer angebracht, doch es kommt stark auf unsere Situation, unseren Ton und auch unsere Absicht an. Mit unserem eigenständigen Denken zeigen wir, dass wir reflektieren statt nur nachzuplappern. Wenn wir fortschrittlich sind und auch mal quer denken, bringen wir neue Perspektiven in Diskussionen ein. Denn viele gute Ideen entstehen aus unserem Widerspruch. Ehrlichkeit  und Authentizität zeigen wir, wenn wir unsere Sicht respektvoll sagen und wir bleiben uns selbst treu. Unterschiedliche Blickwinkel helfen uns auch dabei, blinde Flecken zu vermeiden. Es ist natürlich nicht immer angebracht. Manchmal geht es einfach um Mitgefühl als um Gegenargumente. Wollen wir mit unserem Beitrag wirklich die Rinde bereichern, oder nur Recht behalten? Das spüren die anderen natürlich. Im Jobmeeting, in einer hitzigen Familienrunde oder online, überall gelten andere soziale Spielregeln. Und nicht jede unserer Meinungsverschiedenheiten ist eine Diskussion wert. Wir können uns immer fragen: Hilft meine andere Meinung gerade wirklich weiter? Ist der Moment passend? Kann ich sie respektvoll formulieren? Wenn wir dreimal „ja“ sagen können, dürfen wir ehrlich unsere andere Meinung kundtun. Wenn nicht, sollten wir vielleicht lieber zuhören oder es eventuell später ansprechen.