Jeder von uns hat seine individuelle Frustrationstoleranzgrenze. Damit ist gemeint, wie viel Enttäuschung, Widerstand, Stress oder unerfüllte Erwartungen wir aushalten können, bevor bei uns starke emotionale oder körperliche Reaktionen auftreten. Unter anderem weil wir uns in unserer Empfindlichkeit gegenüber Stress sehr unterscheiden. Weil einige von uns in der Kindheit gelernt haben, mit Enttäuschungen umzugehen, entwickeln sie oft eine höhere Fsrustrationstoleranz. Auch wenn wir Schwierigkeiten regelmäßig bewältigt haben und Unterstützung für uns vorhanden war, wurde unsere Fähigkeit Frust auszuhalten gestärkt. Unsere Fsrustrationstoleranz ist nicht konstant, auch durch Schlafmangel, Krankheit, Überlastung, Hunger oder psychische Belastungen können unsere persönlichen Grenzen deutlich gesenkt werden. Wir unterscheiden uns auch darin, wie wir Situationen bewerten. Wer Misserfolge als Lernchance betrachtet, hält Frustrationen oft länger aus als jemand, der sie als persönlichen Beweis seines Scheiterns interpretiert. Wir können auch in einem Bereich sehr frustresistent und in einem anderen sehr empfindlich sein. Ein Schachspieler kann beispielsweise stundenlang an einem schwierigen Problem arbeiten, aber bei zwischenmenschlichen Konflikten schnell an seine Grenze kommen. Unsere Frustrationstoleranzgrenze ist keine feste Mauer. Wir können sie durch Erfahrung, Training, Selbstreflexion, Stressmanagement und Gewöhnung oft erweitern. Gleichzeitig gibt es bei jedem von uns irgendwann einen Punkt, an dem die Belastung die verfügbaren Bewältigungsressourcen übersteigt.
Jeder hat seine Frustrationstoleranzgrenze
18. Juni 2026
200 Views