Manchen von uns fällt es schwer, Nähe zuzulassen, weil sie gelernt haben, sich emotional zu schützen. Häufig liegen für uns dahinter frühere Erfahrungen wie Enttäuschungen, Zurückweisung oder Vertrauensbrüche. Dadurch kann Nähe für uns unbewusst mit dem Risiko verbunden sein, verletzt oder verlassen zu werden. Auch unsere  Erfahrungen in der Kindheit und unser Selbstbild spielen dabei eine wichtige Rolle. Wenn wir wenig verlässliche Zuwendung erlebt haben oder an unseren Wert zweifeln, tuen wir uns oft schwer damit, anderen zu vertrauen und uns verletzlich zu zeigen. Nähe erfordert Offenheit – und genau das kann Angst auslösen. Deshalb entsteht bei manchen von uns ein innerer Konflikt. Sie wünschen sich Verbundenheit und liebevolle oder tragbare Beziehungen, ziehen sich aber sofort zurück, sobald jemand ihnen zu nahekommt. Dieses Verhalten ist meistens kein Zeichen von Desinteresse, sondern ein kleiner Versuch, uns vor möglichem Schmerz zu schützen. Interessant ist, dass es sich oft widersprüchlich anfühlt. Wir wünschen eigentlich Nähe, ziehen uns aber zurück, sobald sie tatsächlich entsteht. Das ist natürlich kein mangelndes Interesse, sondern einfach ein innerer Konflikt, zwischen dem Wunsch nach Verbindungen und dem Bedürfnis nach Selbstschutz.