Eine dick verschneite Landschaft kann spürbar beruhigend auf uns und auf unsere Seele wirken. Schnee wirkt wie ein natürlicher Schalldämpfer. Er absorbiert Schallwellen, wodurch Umgebungsgeräusche leiser und weicher werden. Weniger akustische Reize bedeuten weniger Aktivierung unseres Nervensystems und wir entspannen uns. Eine verschneite Landschaft ist vor allem Weiß, hat sanfte Konturen und wenige Farben. Dadurch hat unsere Gehirn weniger Informationen zu verarbeiten und das schafft uns innere Ruhe. Die Natur hilft uns auch dabei, unsere erschöpfte Aufmerksamkeit zu regenerieren. Sanfte, nicht aufdringliche Reize, wie fallender Schnee erlauben unserem Geist, sich zu erholen. Eine verschneite Landschaft wirkt für uns wie „zugedeckt“, das Unruhige scheint verschwunden. Das kann für uns innerlich ein Gefühl von Ordnung oder Neubeginn auslösen. Schnee verlangsamt die Welt. Wir gehen vorsichtiger, unsere Autos fahren langsamer und Geräusche werden gedämpft. Diese äußere Entschleunigung überträgt sich natürlich auch auf unser inneres Tempo. Doch nicht alle empfinden so, für manche von uns kann Schnee auch Einsamkeit, Kälte oder Isolation symbolisieren. Ob Ruhe entsteht, hängt also auch von uns und unseren persönlichen Erfahrungen und unserem inneren Zustand ab. Doch auch wie wir den Schnee genießen, ist sehr unterschiedlich. Ob als Skifahrer, Spaziergänger, bei einer Schneeballschlacht oder auch träumenden vor einem Kamin, jeder macht das, was ihm gefällt.