„Schrammen auf der Seele“ sind innere Verletzungen, unsere negativen Erfahrungen, die Spuren hinterlassen haben. Manchmal sichtbar in unserem Verhalten, manchmal auch verborgen. Sie entstehen oft nicht durch ein einzelnes großes Ereignis, sondern durch vieles, das sich über Jahre einprägt hat. Sie entwickeln sich durch Zurückweisung oder mangelnde Liebe in der Kindheit, durch Verlust, Trennung oder Trauer, oder Beschämung, Kritik oder Demütigung, ebenso durch Gewalt, Vernachlässigung oder Trauma, auch bei Einsamkeit oder das Gefühl nicht verstanden zu werden, oder durch dauerhaften Stress, Überforderung oder Angst, sowie Enttäuschungen in Beziehungen oder Freundschaften. Unser Nervensystem und unsere Psyche „lernen“ aus solchen Erfahrungen. Daraus entstehen dann Schutzmechanismen wie Rückzug, Perfektionismus, Misstrauen, Anpassung, emotionale Distanz oder das Bedürfnis nach Kontrolle. Diese Strategien helfen uns zunächst beim Überleben, doch später können sie unsere Beziehungen, unseren Selbstwert oder unsere Lebensfreude einschränken. Wenn wir an uns arbeiten, unsere seelischen Schrammen kennen, bestimmen die Wunde nicht mehr unser ganze Leben. Der Schmerz wird für uns verstehbar statt uns zu überwältigen. Und wir entwickeln oft auch noch mehr Freiheit im Umgang mit uns selbst.
Schrammen auf der Seele
18. Mai 2026
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