Wir dürfen perfekt sein, doch ist das wirklich erstrebenswert? Die Antwort ist nicht eindeutig. Es kommt darauf an, was jeder einzelne von uns unter „Perfektion“ versteht und wie wir damit umgehen. Unser Wunsch, etwas perfekt zu machen, kann uns zu außergewöhnlichen Leistungen führen, ob in der Kunst, der Wissenschaft, dem Sport oder auch in unserem Alltag. Wir möchten, dass wir unsere Werke und Taten, unserem Anspruch auf höchste Qualität, auf Innovation und vielleicht sogar bis zur Meisterschaft umgesetzt werden. Wir wissen alle, wer sich verbessern will, wächst. Unser Anspruch, Dinge möglichst gut zu machen, kann unsere Disziplin, unsere Ausdauer und unsere Genauigkeit stärken. In manchen Bereichen ist ein sehr hoher Anspruch an Genauigkeit entscheidend, um Fehler zu vermeiden, da wäre „perfekt sein“ natürlich für uns von Vorteil. Eine absolute Perfektion gibt es natürlich kaum. Wer von uns sie dennoch unbedingt erreichen will, setzt sich leider oft unter permanenten Druck und erlebt häufig Enttäuschungen. Unser Perfektionismus kann dazu führen, dass wir aus Angst vor Fehlern gar nicht erst anfangen oder unsere Projekte nie abschließen. Wenn „perfekt sein“ zu unserem Maßstab für unserem eigenen Wert wird, leidet leider oft unser Selbstvertrauen, da wir uns nur noch über Ergebnisse definieren. Bekannterweise entstehen die besten Ideen gerade durch unsere Fehler oder durch unsere Unvollkommenheit, das fehlt natürlich wenn wir zur Perfektion neigen. Perfektion als Richtung kann sehr sinnvoll sein, für unsere Motivation, unser Bestes zu geben. Doch Perfektion als Zwang oder als Selbstwertmaßstab ist meistens eher ungesund. Vielleicht ist für uns nicht „perfekt sein“ erstrebenswert, sondern eher „authentisch sein und uns immer weiter zu verbessern“.
Wir dürfen Perfekt sein
23. Februar 2026
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