Zahnarztangst reduzieren wir nicht mit „Augen zu und durch“. Wir sollten unsere Angst anerkennen und nicht bekämpfen. Nach Rogers verstärkt Abwehr die Angst. Wir können uns innerlich sagen: „Ich habe Angst – und das ist okay“. Dies senkt bereits unsere innere Spannung. Unsere Angst will wahrgenommen werden, nicht kontrolliert. Wir sollten versuchen eine Vorhersagbarkeit herzustellen, denn unsere Angst liebt Ungewissheit. Wir können unseren Zahnarzt bitten, jeden Schritt vorher kurz zu erklären. Wir können ein Stopp-Zeichen vereinbaren, eventuell das wir die recht oder linke Hand heben. Das gibt uns, psychologische gesehen, Kontrolle zurück, auch wenn wir körperlich liegen. Es hilft auch, wenn wir unseren Körper regulieren, nicht nur denken, denn unser Körper ist schneller als unser Kopf. Wir können langsam ausatmen, das Ausatmen muss länger sein als das Einatmen. Außerdem unsere Füße bewusst in den Boden drücken und unsere Schultern locker lassen. Auch unsere Aufmerksamkeit ganz gezielt umlenken, ist hilfreich. Nicht „an nichts denken“, sondern, an ein Lied, an Musik oder an einen Podcast mit bekannter Stimme. Auch das Zählen der Atemzüge oder leises inneres Benennen mit „ein – aus“, lenkt ab, denn unser Gehirn kann nicht gleichzeitig stark fokussiert und gleichzeitig panisch sein. Jeder Termin, der aushaltbar verläuft, schwächt unsere alte Angsts. Daher ist es wichtig, kürzere, häufigere Termine zu machen. Wir sollten nicht erst gehen, wenn die Angst maximal ist, denn unser Gehirn lernt aus den kurzen Terminen, man kann es überstehen. Selbstmitgefühl ist auch sehr wichtig. Daher sagen wir uns nicht: „Ich bin doch erwachsen, das ist lächerlich.“ Sondern: „Ein Teil von mir hat Angst, und ich darf ihn ernst nehmen.“ Akzeptanz führt zu innerer Kongruenz – und genau das reduziert langfristig unsere Angst.
Zahnarztangst reduzieren
30. Januar 2026
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