Der Placebo-Effekt bedeutet, dass sich jemand besser fühlt oder Symptome sich verbessern, obwohl die Behandlung selbst keinen wirksamen medizinischen Wirkstoff enthält. Der Effekt entsteht, weil die Person glaubt, dass die Behandlung hilft. Wenn wir erwarten, dass etwas wirkt, eine Tablette, eine Spritze oder eine Therapie, reagiert unser Gehirn dementsprechend darauf. Es kann Stress reduzieren, oder Schmerzen dämpfen und auch Hormone und Botenstoffe wie Endorphine freisetzen. Diese körperlichen Reaktionen sind real, auch wenn das Medikament „nur“ ein Placebo, vielleicht eine Zuckerpille, ist. Ich habe meinem Sohn als Kind hin und wieder eine winzig kleine Kalktablette für Säuglinge gegen Kopfschmerzen gegeben, sie hat immer geholfen. Oder anders, allgemeiner gesagt, jemand nimmt eine Tablette gegen Kopfschmerzen, die eigentlich keinen Wirkstoff enthält, doch weil die Person überzeugt ist, dass sie hilft, lässt der Kopfschmerz tatsächlich nach. Der Placebo-Effekt heißt nicht, dass sich jemand etwas „einbildet“ sondern eher dass er auf etwas vertraut, an etwas glaubt. Er wirkt vor allem bei Schmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Angst. Der Placebo Effekt kann keine Krankheiten heilen, doch sehr gut Symptome lindern. Der Placebo-Effekt ist somit eine echte körperliche Reaktion, ausgelöst durch die Erwartung, dass eine Behandlung hilft.