„Die Hoffnung stirbt immer zuletzt“ dieser Spruch beschreibt eine von uns häufig gemachte Erfahrung, auch wenn der Spruch natürlich nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Wir erleben es oft, weil Hoffnung uns Orientierung gibt. Solange wir auch nur eine kleine Möglichkeit sehen, dass sich etwas verbessert, hält unser Gehirn an dieser Möglichkeit fest. Das kann uns helfen, schwierige Situationen auszuhalten. Wir sind auf unsere Zukunft ausgerichtet. Wir stellen uns ständig vor, was als Nächstes passieren könnte. Hoffnung ist ein Teil dieser Fähigkeit, Zukunftsszenarien zu entwickeln. Psychologisch gesehen kann uns die Hoffnung schützen. Sie kann Stress abfedern, Motivation fördern und so dazu beitragen, dass wir weiter nach Lösungen suchen. Die Forschung zeigt, dass Hoffnung mit größerer Widerstandsfähigkeit oder Resilienz und so mit besserer Bewältigung von Krisen verbunden ist. Erst wenn uns alle Möglichkeiten ausgeschlossen erscheinen, verlieren viele von uns ihre Hoffnung, deshalb heißt es, sie „stirbt zuletzt”. Wie fast immer gibt es auch eine Kehrseite. Hoffnung kann realistisch sein und uns Kraft geben. Sie kann aber auch unrealistisch werden und uns davon abhalten, Tatsachen zu akzeptieren oder notwendige Entscheidungen zu treffen. Dann kann es hilfreicher sein, unsere Hoffnung neu auszurichten. Vielleicht nicht mehr auf ein bestimmtes Ergebnis, sondern darauf, einen guten Weg mit der Situation umzugehen zu finden. Letztendlich ist der Spruch also eher eine Lebensweisheit als ein Naturgesetz. Er drückt aus, dass Hoffnung für uns oft eine der letzten inneren Ressourcen ist, die wir auch in schwierigen Zeiten selten aufgeben.