Warum sollte es eigentlich schlecht sein, sich etwas von anderen abzuschauen? Wir lernen nicht nur durch eigene Erfahrungen. Wir lernen auch, indem wir beobachten, wie andere Menschen sich verhalten. Wenn uns etwas an jemandem gefällt, zum Beispiel sein Selbstbewusstsein, seine Gelassenheit, sein Humor oder die Fähigkeit, seine Meinung zu vertreten, dürfen wir uns durchaus fragen was diese Person anders macht. Und natürlich auch was wir davon vielleicht mal ausprobieren könnten? Nachmachen muss dabei nicht bedeuten, seine eigene Persönlichkeit aufzugeben. Im Gegenteil, manchmal müssen wir ein Verhalten erst ausprobieren, bevor es zu einem Teil von uns werden kann. Wer von uns sich beispielsweise von einer selbstbewussten Person abschaut, aufrecht zu stehen, ruhig zu sprechen oder seine Meinung klar zu äußern, „spielt“ vielleicht zunächst einmal ein wenig Selbstbewusstsein. Aber genau dieses Ausprobieren kann dabei helfen, sich auch innerlich sicherer zu fühlen. Vielleicht ist Abschauen daher nicht das Gegenteil von Authentizität, sondern manchmal ein Weg dorthin. Wir übernehmen nicht den anderen Menschen. Wir übernehmen zunächst ein Verhalten und machen daraus mit der Zeit etwas Eigenes. Es ist besonders schöner Gedanken ist „Manchmal müssen wir ein Verhalten erst ausprobieren, bevor es zu einem Teil von uns werden kann“. Das lässt sich sehr schön auf unser Selbstbewusstsein, unsere Körpersprache oder auch auf soziale Situationen übertragen.