Diese Redewendung bedeutet, dass wir uns den äußeren Umständen oder einer überlegenen Macht anpassen oder sogar unterwerfen, um Schaden zu vermeiden. Wenn wir uns „dem Wind beugt“, verhalten wir uns wie ein biegsamer Baum. Wir widersteht dem Sturm nicht mit Starrheit (was ihn brechen könnte), sondern geben ihm etwas nach, um zu überleben. Es geht also um Anpassung, oft auch um einen Kompromiss oder um Rückzug, manchmal wahrscheinlich aus Klugheit, manchmal vielleicht auch aus Notwendigkeit. Es geht hier oft um den inneren Konflikt zwischen Standhaftigkeit und Anpassung. Es geht vielleicht um gesellschaftlichen Druck, oder eine bestimmte Autorität, oder um Umstände, die wir nicht kontrollieren können. Warum fühlen wir den Impuls, uns zu beugen? Eventuell aus Angst, weil wir eine Strategie haben, zur Einsicht gekommen sind, oder auch aus Überforderung. Manchmal ist Nachgeben kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke und Weitsicht. Vielleicht müssen wir uns „äußerlich beugen“, doch wir können innerlich bei uns bleiben. Wir müssen nicht alles schlucken, sondern nur wissen, warum wir es gerade tun. Wir sollten auch Grenzen finden und setzen, wenn wir uns nicht beugen möchten. Wenn wir uns zu oft oder zu weit beugen, verlieren wir uns. Wir merken es oft an einem Gefühl von innerer Leere, Wut oder Ohnmacht. Dann hilft es, klare Grenzen zu setzen oder bewusst in den Widerstand zu gehen, auch wenn’s mal unbequem ist. Also, sich „dem Wind zu beugen“ kann klug oder gefährlich sein, es kommt darauf an, wie bewusst wir es tun. Wir müssen kein starrer Baum sein, doch auch kein Blatt im Wind.