Über unsere Gefühle, sie sind immer echt, auch wenn sie nicht immer ein richtiges Bild der äußeren Realität liefern, können wir unserer Wahrheit vertrauen. Unsere Gefühle sind verlässliche Signale für unsere Bedürfnisse, unsere Grenzen und unsere Werte. Auch wenn wir bewusst reflektieren, da ein reflektierter Gedanke fast immer stabiler ist als ein spontaner Impuls, können wir uns vertrauen. Wenn andere unabhängige Hinweise unsere Sicht bestätigen ist Vertrauen möglich. Auch wenn unsere subjektive Wahrheit gut mit der objektiven überstimmt, können wir es als sicher ansehen. Ebenso wenn wir emotional ruhig sind, denn im ruhigem Zustand sehen wir klarer. Starke Emotionen färben unsere Wahrnehmung leider in beide Richtungen. Vorsicht ist geboten, wenn starke Emotionen im Spiel sind. Wut, Angst, Scham oder Verletzungen können unsere Interpretation verzerren. Aufmerksamkeit ist geboten, wenn wir nur Informationen wahrnehmen, die unsere Meinung bestätigen. Das sind dann die sogenannten Bestätigungsfehler und die passieren jedem. Auch wenn wir in einem Gedankenkarussell stecken und grübeln müssen wir aufpassen, denn unser Grübeln verstärkt unsere Gefühle künstlich und erzeugt eine „gefühlte Wahrheit“, die oft größer wirkt als sie in Wahrheit ist. Wenn wir uns häufig widersprechen, also wenn wir heute fest überzeugt sind von A und morgen genauso fest von B, dann ist unsere eigene Wahrheit wahrscheinlich sehr emotional, nicht mehr faktisch. Somit dürfen wir unserer Wahrheit grundsätzlich nur mit Vorsicht vertrauen.