Aus psychologischer Sicht haben viele Menschen aus mehreren Gründen Angst vor dem Zahnarzt. Wir liegen, der Mund ist offen, wir können nicht sprechen oder ausweichen. Für viele von uns triggert das ein starkes Gefühl von Ausgeliefertsein. Frühere schmerzhafte oder beschämende Erfahrungen, die wir oft schon in der Kindheit machen, werden emotional gespeichert. Allein Gerüche, Geräusche oder der Behandlungsstuhl können diese Erinnerungen reaktivieren. Viele von uns fürchten, beurteilt zu werden „Warum haben Sie das so lange nicht kontrollieren lassen?“ In der Psychologie nach Rogers sind das Bedingungen der Wertschätzung, die in uns Angst und Abwehr verstärken. Unser Mund ist ein sehr sensibler, intimer Bereich. Eingriffe dort können unbewusst alte Grenzverletzungen oder Ohnmachtsgefühle anstoßen. Wir wissen auch nicht genau, was gleich passiert oder wie es sich anfühlen wird. Angst liebt Ungewissheit. Die Zahnarztangst wird häufig „mitgelernt“, die wir durch Erzählungen unserer Eltern oder durch Medienbilder aufnehmen.
Warum haben wir Angst vor dem Zahnarzt?
22. Januar 2026
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