Dies ist wahrscheinlich nur eine saloppe allgemeine Lebensregel, eine Beobachtung über unsere menschlichen Beziehungen. Denn wir reagieren eher auf den Ton, den wir hören und erleben. Wenn wir respektvoll, freundlich und lösungsorientiert auftreten, also Harmonie sähen, löst dies bei den anderen eher Vertrauen aus. Sie fühlen sich sicher und sind eher bereit, ebenfalls offen und kooperativ zu sein. Unser Vertrauen entsteht unter anderem durch wiederholte positive Erfahrungen. Wenn wir zuverlässig, ehrlich und fair handeln, gehen die andere mit der Zeit davon aus, dass sie sich auf uns verlassen können. Vertrauen wächst also durch unser konsistentes Verhalten. Doch Disharmonie erzeugt oft Abwehr. Denn wer uns häufig provoziert, respektlos kommuniziert oder Konflikte schürt, aktiviert bei den anderen natürlich Misstrauen oder auch Verteidigung. Dadurch eskalieren unsere Meinungsverschiedenheiten dann viel leichter. Da unser Emotionen ansteckend sind, spricht man in der Psychologie von emotionaler Ansteckung. Es können sich unsere Ruhe, unsere Freundlichkeit und unsere Gelassenheit übertragen, doch ebenso übertragen wir unseren Ärger, unsere Aggressionen oder unsere Feindseligkeiten. Es gibt selbstverständlich auch Ausnahmen. Denn manchmal müssen wir auch unbequeme Wahrheiten ansprechen. Das kann zunächst Disharmonie auslösen, langfristig dennoch zu mehr Vertrauen führen, weil dann unsere Ehrlichkeit geschätzt wird. Umgekehrt gibt es auch diejenigen unter uns, die oberflächlich harmonisch wirken, aber manipulativ oder unehrlich sind. Dann entsteht natürlich trotz freundlichem Auftreten kein echtes Vertrauen. Vielleicht sollten wir sagen, wer respektvoll, ehrlich und konstruktiv handelt, schafft oft Vertrauen. Wer respektlos, unfair oder destruktiv handelt, erhöht leider die Wahrscheinlichkeit von Konflikten.
Wer Harmonie sät, erntet Vertrauen – wer Disharmonie sät, erntet Konflikte
31. Juli 2026
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