Da Glück selten ein dauerhafter stabiler Zustand ist, ist es eher ein Wechselspiel von Emotionen, Bewertungen und Momentaufnahmen. Ob wir „wirklich“ glücklich sind oder uns das manchmal nur vormachen, hängt von mehreren Faktoren ab. Unser subjektives Empfinden lässt uns Glück zunächst als das, was wir selbst als Glück deviieren und erleben, sehen. Wenn wir uns in einem Moment zufrieden, erfüllt oder leicht fühlen, dann ist das ganz real – auch wenn wir es später anders bewerten. Manchmal reden wir uns ein, glücklich zu sein, um uns vor unangenehmen Wahrheiten zu schützen. „Eigentlich passt alles“ – obwohl im Inneren doch Zweifel da sind. Das muss nichts Negatives sein, als „Selbstschutz“ kann es uns sogar Stabilität geben. Nur wenn es dauerhaft im Widerspruch zu unserem inneren Erleben steht, kann es sich leer anfühlen. Wir vergleichen uns auch oft mit anderen und denken sowas wie -„Ich habe doch mehr als viele andere, also muss ich doch glücklich sein“ – das kann zu einer Art Dissonanz führen, wenn wir glauben, glücklich sein zu müssen, es aber nicht wirklich fühlen. Echtes Glück kann momentane Lust und Freude sein. Oder seelisches Glück, kann uns Sinn, Verbundenheit und inneres Wachstum fühlen lassen. Wenn beides einigermaßen im Einklang ist, fühlt sich das Glück wirklich„echt“ an. Vielleicht ist die entscheidende Frage nicht, ob wir uns etwas vormachen, und uns glücklich fühlen, sondern – spüren wir sowohl in ruhigen als auch in bewegten Momenten eine innere Stimmigkeit? Fühlen wir uns gerade wirklich glücklich?