Unsere Gedanken wandern wie Wolken denn sie verändern auch ständig ihre Form. Eine Wolke erscheint am Himmel, ein Gedanke erscheint, oft scheinbar aus dem Nichts. Er bleibt kurz, er verändert sich, und er verschwindet wieder oder wird vom nächsten Gedanken überlagert. Unsere Aufmerksamkeit ist selten konstant. Das Gehirn produziert pausenlos Gedanken, bewusst und unbewusst. So wie wir das Wetter nicht bestimmen können, so können wir auch Gedanken nicht immer vollständig kontrollieren. Sie kommen oft automatisch, dies wird auch als „Gedankenwandern“ bezeichnet. Sie folgen inneren Impulsen, Erinnerungen, Gefühlen, äußeren Reizen und dies sogar oft ohne direkten Einfluss. Die Wolken spiegeln oft die Wetterlagen, unsere Gedanken spiegeln emotionale Zustände. Da gibt es dunkle, schwere Gedanken = wie Gewitterwolken, oder leichte, vorbeiziehende Gedanken = wie ein Sommerhimmel. Unsere Stimmung beeinflusst die Art und Richtung unserer Gedanken. In der Achtsamkeitspraxis wird diese Wolken-Metapher oft verwendet, „Lass deine Gedanken kommen und gehen wie Wolken am Himmel – beobachte sie, aber identifiziere dich nicht mit ihnen.” Sie ermutigt uns dazu, Distanz zu den eigenen Gedanken zu gewinnen und nicht alles zu glauben, was auftaucht. Oft ist es so, wenn der Geist zur Ruhe kommt, genau dann „wandern“ unsere Gedanken. Dies ist dann mit Selbstreflexion, Erinnerungen, Vorstellungen und Tagträumen verbunden. Das Gedankenwandern ist also ein ganz natürlicher Prozess, kein „Fehler“. Unsere Gedanken wandern wie Wolken, weil sie vergänglich, ungreifbar, stimmungsabhängig und meistens autonom sind. Und wie die Wolken sind sie ein Teil des größeren „Wettergeschehens“ oder des „Gedankenkarussells“ unseres Geistes – mal sind sie klar, mal drehen sie sich im Kreis, mal sind sie stürmisch und immer im Wandel.
Unsere Gedanken wandern wie Wolken
27. Juli 2025
480 Views
