Wir können nicht nur finanziell sondern auch emotional oder organisatorisch Vorsorge für schwierige Zeiten treffen. Wir versuchen dann, zukünftige Belastungen vorherzusehen. Wenn wir damit rechnen, dass nicht jeder Tag gut laufen wird, legen wir bewusst oder unbewusst Ressourcen zurück. Das können Geld, Zeit, Energie oder auch soziale Kontakte sein. Das Gefühl, Reserven zu haben, reduziert oft unsere Unsicherheit und unsere Angst. Ähnlich wie ein finanzielles Polster kann auch eine „emotionale Rückstellung“ uns das Gefühl vermitteln, schwierige Phasen besser bewältigen zu können. Psychologisch widerstandsfähige Menschen investieren gerne in Gewohnheiten, in Beziehungen oder in Fähigkeiten, die ihnen später helfen. Sie schaffen damit eine Art Vorrat an Bewältigungsmöglichkeiten. Diejenigen unter uns, die bereits Krisen oder schlechte Phasen erlebt haben, wissen oft aus Erfahrung, dass Belastungen wiederkommen können. Daraus entsteht dann ihre Motivation, für die Zukunft vorzusorgen. Wir alle verfügen nur über begrenzte mentale und emotionale Ressourcen. Deshalb planen wir oft ganz bewusst Erholungsphasen, mehr Freizeit oder finanzielle Reserven ein, um in stressigen Zeiten nicht vollständig aufgebraucht zu sein. Wir legen Reserven an, um mit den zu erwartenden Schwankungen unseres Lebens besser umgehen zu können. Das ist oft kein Zeichen von Pessimismus, sondern von realistischer Anpassung an die Tatsache, dass gute und schlechte Tage einander abwechseln.
Rückstellungen für nicht so gute Tage
11. Juni 2026
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