In vielen Situationen bringt uns Annehmen tatsächlich weiter anstatt zu kämpfen. Der entscheidende Punkt dabei ist allerdings, dass Annehmen nicht dasselbe ist wie Aufgeben. Annehmen bedeutet nur, dass wir die Realität so anerkennen, wie sie gerade ist, dass wir nicht ständig gegen Tatsachen ankämpfen, die sich im Moment nicht ändern lassen und die Energie stattdessen darauf richten, was wir vielleicht beeinflussen können. Kämpfen hingegen kann für uns sinnvoll sein, wenn es um veränderbare Dinge geht. Problematisch wird es erst, wenn wir gegen Unveränderliches kämpfen, wie die Vergangenheit, eine bereits eingetretene Krankheit, den Tod eines geliebten Menschen oder gegen unsere Gefühle, die gerade da sind. Annehmen spart Energie, denn unser innerer Widerstand kostet viel Kraft. Unsere Gedanken wie „Das darf nicht sein“ oder „Es müsste anders sein“ erzeugen zusätzlichen Stress, ohne dass wir die Situation verändern. Es schafft auch Klarheit, denn wenn wir akzeptieren, was gerade ist, können wir nüchterner entscheiden, wie wir als Nächstes handeln. Widerstand verengt oft unseren Blick. Viele psychologische Ansätze unterscheiden hier zwischen dem eigentlichen Schmerz und dem zusätzlichen Leid, das durch den Kampf gegen den Schmerz entsteht. Ein Verlust schmerzt uns oft sehr. Der ständige Versuch, ihn ungeschehen machen zu wollen, vergrößert oft noch unser Leiden. Paradoxerweise führt unsere Akzeptanz oft eher zu Veränderungen. Wer von uns vielleicht akzeptiert: „Ich bin gerade erschöpft“, kann überlegen, wie er sich erholt. Derjenige von uns, der nur dagegen ankämpft „Ich darf nicht erschöpft sein“, ignoriert häufig seine eigenen Bedürfnisse. Annehmen heißt also nur, dass wir die Realität nicht verleugnen. Kämpfen lohnt sich dort, wo Veränderung möglich ist, doch nicht gegen die Tatsache, dass etwas bereits vorhanden ist. Die Kombination aus Akzeptanz und anschließendem bewusstem Handeln wird in der Psychologie als besonders hilfreich angesehen, weil sie sowohl Stress reduziert als auch die eigene Wirksamkeit stärkt.
Annehmen statt kämpfen
25. Juli 2026
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