Wenn Ängste im Spiel sind, steigt bei vielen von uns die Anfälligkeit für Abhängigkeiten, weil Abhängigkeitsmuster uns oft als „Schnellhilfe“ gegen belastende Gefühle dienen. Wir suchen etwas um unsere Angst zu beruhigen, Spannungen auszuhalten oder unsere Unsicherheit kurzfristig zu senken. Wenn wir etwas gefunden haben, das uns hilft, lernt unser Gehirn besonders schnell, dass dieses Verhalten „funktioniert“, und es bildet sich ganz automatisch eine Gewohnheitsschleife. Typisch ist dabei, dass unser Angst-Auslöser, Stress, Alleinsein, momentane Konflikte oder auch ein Versagensgefühl, uns zu innerem Druck führen. Dann greifen wir zu dem, was uns am schnellsten Erleichterung bringt. Dies kann eine Substanz sein, ein bestimmtes Verhalten oder auch „Ersatz“ den wir in Social Media, Essen, Arbeit, Kaufen oder Spielen finden können. Mit der Zeit wird unsere Angst dann immer stärker mit dem Verhalten das uns Erleichterung bringt verknüpft. Dies bedeutet, dass wir keine alternativen Strategien mehr suchen. So entsteht ganz leicht ein Teufelskreis aus Angst, kurzfristiger Beruhigung, danach beginnt es von neuem oder wir verspüren dann verstärkt eine innere Unruhe um dann erneut den Griff zur Substanz oder zum erlernten Verhalten zu machen. Doch wenn es uns bewusst ist, haben wir die Möglichkeit nicht in diese Falle zu tappen. Wir können uns Hilfe holen, wir können über unsere Ängste reden und müssen somit nicht in der Abhängigkeit landen.