Ja, Banalitäten sind da, denn manche Dinge sind für uns objektiv alltäglich oder ganz selbstverständlich. Sowas wie, dass das Wasser bei Normaldruck bei 100 °C kocht oder dass die Sonne, aus unserer Perspektive, jeden Morgen aufgeht. Wir nennen sie banal, weil sie für uns gewöhnlich und erwartbar sind. Oder wir machen etwas zur Banalität. Was banal erscheint, hängt nämlich stark von unserer Wahrnehmung ab. Etwas, das für einen von uns selbstverständlich ist, kann für den anderen faszinierend oder tiefgründig sein. Ein Sonnenaufgang kann als „nichts Besonderes” gelten, oder für uns ein überwältigendes Erlebnis sein. In diesem Sinne entsteht Banalität durch unsere Gewöhnung, unsere Aufmerksamkeit oder unsere fehlende Neugier. Unsere Philosophen haben dazu in ihren Gedankenspielen gezeigt, dass „banal” nicht bedeutet, etwas sei harmlos oder unwichtig, sondern dass es durch Gedankenlosigkeit gewöhnlich erscheinen kann. Banalität ist weniger eine Eigenschaft der Dinge als eine Beziehung zwischen den Dingen und unserem Blick auf sie. Manche Ereignisse sind häufig, doch erst unsere Gewöhnung macht sie banal. Vielleicht sollten wir sagen: Es gibt das Alltägliche, doch banal wird es erst durch die Art, wie wir ihm begegnen.
Banalitäten sind da
24. Juli 2026
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