Fast jeder von uns übt irgendwann Druck auf andere aus. Der Unterschied liegt darin, wie oft, wie bewusst und mit welcher Absicht wir es machen. Denn Druck auszuüben ist keine Eigenschaft, die nur bestimmten Persönlichkeitstypen vorbehalten ist. Es kann aus ganz unterschiedlichen Gründen entstehen. Einer von uns möchte ein bestimmtes Ergebnis erreichen und drängt deshalb. Manche von uns setzen andere unter Druck, weil sie Kontrolle suchen oder Angst vor Ablehnung, Misserfolg oder Verlust haben. Auch wenn wir in einem Umfeld aufgewachsen sind, in dem Druck normal war, übernehmen wir vielleicht dieses Verhalten. Unter Stress werden einige von uns oft drängender, obwohl sie sonst nicht so sind. Bestimmte unserer Persönlichkeitsmerkmale können allerdings dazu beitragen, dass der eine oder andere häufiger Druck ausübt. Diejenigen mit einem starken Bedürfnis nach Kontrolle, hoher Dominanz oder sehr ausgeprägtem Ehrgeiz können natürlich eher dazu neigen. Umgekehrt können sehr konfliktvermeidende oder harmonieorientierte von uns eher indirekten Druck ausüben, etwa durch Schuldgefühle oder Erwartungen statt durch offene Forderungen. Was natürlich nicht weniger unangenehm für uns ist. Gesunden Druck üben wir aus wenn wir klare Erwartungen kundtun, Fristen nennen oder Konsequenzen kommunizieren, ohne die anderen abzuwerten. Ungesunden Druck empfinden wir bei Manipulationen, Schuldgefühlen, Drohungen, emotionaler Erpressung oder ständigem Drängen. Wir unterscheiden also, ob es sich um normales Durchsetzen, situativen Stress oder problematisches Druckausüben handelt.
Druck ausüben
4. Juli 2026
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