Wir stellen uns manchmal als etwas dar, das wir eigentlich nicht sind. Das kann viele Gründe haben, doch oft steckt dahinter ein Bedürfnis oder eine Unsicherheit, nicht unbedingt eine böse Absicht. Wir können nach Anerkennung suchen. Wir möchten bewundert, respektiert oder gemocht werden und übertreiben deshalb unsere Fähigkeiten, unseren Erfolge oder unseren Lebensstil. Oder wir wollen unsere Unsicherheit verbergen. Derjenige von uns, der sich selbst als nicht gut genug empfindet, versucht manchmal, diese Gefühle mit einer Fassade zu überspielen. Auch das Dazugehören wollen gehört dazu. Wir passen uns einer Gruppe an und geben uns so, wie wir glauben, dass wir akzeptiert werden. Manchmal wollen wir einen Status oder Vorteile gewinnen. Manche von uns hoffen dann auf berufliche, finanzielle oder soziale Vorteile, wenn sie erfolgreicher oder kompetenter wirken. Nach schlechten Erfahrungen kann eine „Maske” uns helfen, uns verletzlich zu fühlen oder wir können Ablehnung vermeiden, also als Selbstschutz. Gewohnheit oder Selbsttäuschung gibt es auch noch, denn manche von uns erzählen sich ihre eigene Geschichte so oft, dass sie sie teilweise selbst glauben. Wir machen es, weil wir Bedürfnisse haben, nach Sicherheit, Liebe, Anerkennung oder Kontrolle. Unser Verhalten ist oft ein Versuch, diese Bedürfnisse zu erfüllen, auch wenn die Strategie langfristig oft nach hinten losgeht. Dann kann es passieren, dass wir mit Vertrauensverlust leben müssen, wenn die Wahrheit ans Licht kommt. Oder wir haben nur noch oberflächliche Beziehungen, weil andere nur unsere Fassade kennenlernen. Es kann sich auch innerer Stress entwickeln, weil wir ständig eine Rolle aufrechterhalten müssen. Oder ganz schlimm, wir haben das Gefühl, nie wirklich unseretwegen akzeptiert zu werden. Natürlich gibt es auch hier Unterschiede. Derjenige unter uns, der im Vorstellungsgespräch seine Stärken etwas überbetont, handelt natürlich ganz anders als diejenigen unter uns, die bewusst über Jahre eine falsche Identität oder einen erfundenen Lebenslauf aufrechterhalten.
Etwas darstellen was man gar nicht ist
28. Juli 2026
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