Anderssein akzeptieren geht nicht auf Knopfdruck, sondern es ist ein Prozess. Und der ist oft holprig. Anderssein können wir selbst oder es sind andere anders. Beides zu akzeptieren ist sinnvoll und erfordert unter anderem Toleranz. Alles was wir benennen und nicht bewerten bringt uns weiter. „Ich bin anders“ erst mal nur feststellen, ohne sofort „falsch“, „zu viel“ oder „nicht normal“ dranzuhängen. Anders ist nämlich nicht schlecht. Verstehen, wobei wir anders sind, was anders ist. Ist es Denken? Fühlen? Tempo? Interessen? Oder sind es Bedürfnisse? Je konkreter, desto weniger diffus wird unser Unbehagen. Unsere inneren Kritiker entlarven. Wessen Stimme ist das gerade? Oft sind es alte Erwartungen von unseren Eltern, der Schule, der Gesellschaft und nicht unsere eigenen. Wir sollten nach Passung statt nach Anpassung suchen. Denn Akzeptanz heißt nicht: „Ich muss mich überall wohlfühlen.“ Sondern es muss heißen: Wir suchen Menschen, Orte und Strukturen, die zu uns passen. Auch Trauern, dass es schwer ist, ist ganz wichtig und wird oft vergessen. Denn Anderssein tut manchmal weh. Das darf betrauert werden, ohne dass wir uns deswegen selbst ablehnen. Sehr hilfreich sind Mini-Erlaubnisse im Alltag. Vielleicht nicht gleich „Ich liebe mein Anderssein“. Sondern erstmal „Ich darf Pausen brauchen.“ „Ich darf Dinge mögen, die andere komisch finden.“ „Ich muss nicht überall reinpassen.“ Und so wie wir es für uns hinterfragen und annehmen, dürfen wir es auch für andere, die anderen hinterfragen und annehmen.
Anderssein akzeptieren
25. Januar 2026
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