Viele von uns funktionieren jahrelang, ohne dass wir merken, warum bestimmte Situationen uns so stark treffen. Wenn wir uns ehrlich fragen: Was verletzt mich besonders? Wann fühle ich mich klein, wertlos oder verlassen? Welche Muster wiederholen sich? Ist das oft ein guter Anfang. Wir sollten unsere Gefühle zulassen statt sie zu verdrängen. Nicht jede Emotion müssen wir sofort „lösen“. Trauer, Wut, Angst oder Scham wollen oft erst einmal wahrgenommen werden. Unsere Gefühle verlieren häufig an Macht, wenn wir sie nicht mehr bekämpfen, vielleicht sogar annehmen können. Wir sollten auch anders mit uns selbst sprechen, denn unsere inneren Verletzungen erzeugen oft auch harte innere Stimmen. „Ich bin nicht genug.“ „Ich darf keine Schwäche zeigen.“ „Ich bin schuld.“ Wir stellen uns die Fragen, da Heilung häufig dort beginnt, wo wir Selbstabwertung durch Selbstmitgefühl ersetzen. Wir heilen oft in sicheren Beziehungen. Vertrauen, echtes Zuhören und emotionale Sicherheit können alte Erfahrungen langsam korrigieren. Das können unsere Partner, unsere Freunde, unsere Familie oder auch therapeutische Beziehungen sein. Wir dürfen oder sollten auch professionelle Hilfe nutzen. Therapien können uns helfen, Muster zu verstehen und alte Verletzungen zu verarbeiten. Besonders bei Trauma, Angststörungen, Depressionen oder langanhaltendem Leid. Verfahren wie Traumatherapie, Verhaltenstherapie, Systemische-Therapie oder tiefenpsychologische Ansätze können dabei sehr hilfreich sein. Wir sollten auch unserem Körper Aufmerksamkeit geben. Seelische Verletzungen leben oft auch in unserem Körper. Es können Anspannung, Schlafprobleme, Erschöpfung oder Nervosität sein. Bewegung, Atemarbeit, Meditation oder eine körperorientierte Therapie können uns helfen, unser Nervensystem zu beruhigen, so dass auch die körperlichen Beschwerden zurückgehen. Uns sollte klar sein, Verletzlichkeit ist nicht das Gegenteil von Stärke. Viele von uns tragen Narben und wirken trotzdem stark, oft gerade deshalb, weil sie gelernt haben, mit ihren Schmerzen bewusster umzugehen.
Unsere eigenen Wunden erkennen
23. Mai 2026
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