Angst vor Ablehnung ist ein sehr verbreiteter Schutzmechanismus, denn unser Organismus „rechnet” immer mit dem Risiko, aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden, und schaltet deshalb auf Alarm. Das ist nicht automatisch „irrational“ es ist oft einfach eine schnelle, übergreifende Reaktion unseres Nervensystems, die schneller ist als unsere bewusste Bewertung. Über lange Zeit war Zugehörigkeit entscheidend für unser Überleben und unsere Sicherheit. Ablehnung bedeutete in der Evolution häufig echte Nachteile durch weniger Schutz, weniger Ressourcen und ein höheres Risiko. Viele Prozesse rund um Ablehnung laufen für uns ähnlich ab wie bei anderen Bedrohungen. Ablehnung kann sich für uns auch wie „Ich bin weniger wert“ oder „Ich gehöre nicht dazu” anfühlen. Wir empfinden es, wie eine Mischung aus Schmerz, Scham und Alarm. Unsere Angst ist nicht nur ein „Gefühl”, sondern oft auch ein Impuls. Wir möchten fliehen, zurückrudern, gefallen, erklären oder klären. Das sind unsere Strategien, um wieder Sicherheit herzustellen. Wenn unsere Ablehnungsangst hochgeht, geht es häufig weniger um eine konkrete Person, sondern es ist eher ein Problem, das vielleicht als Film in unserem Kopf startet. Wir halten uns dann häufig zurück, sagen weniger oder passen uns stark an. Wir ziehen uns zurück, weil Unsicherheit aufkommt und wir vermeiden neue Kontakte. Um die Angst zu überwinden können wir uns fragen: Wovor schützt uns dies Gefühl des nicht dazugehören oder der Wertverlust oder diese emotionale Verletzung? Und was ist der kleinste nächste Schritt, der uns handlungsfähig hält? Vielleicht eine klare, respektvolle Nachfrage oder ein bewusster Abstand?
Angst vor Ablehnung
7. Mai 2026
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